Wie funktioniert eine Fischbestandserhebung und warum ist sie wichtig?
Fischbestandserhebungen in den Niederlanden: Verständnis der biologischen Vielfalt und ökologische Wasserwirtschaft
Was ist eine Fischbestandserhebung?
Fischbestandserhebungen dienen dazu, die Zusammensetzung und den Gesundheitszustand des Fischbestands in den niederländischen Binnengewässern zu verstehen. Gemeinden, Sportfischereiverbände und Wasserverbände nutzen die Ergebnisse, um verantwortungsvolle Entscheidungen über Wasserbewirtschaftung, Fischbesatz und ökologische Überwachung zu treffen. Ein gesunder Fischbestand sagt viel über die Wasserqualität und das Ökosystem als Ganzes aus. Da die Vegetationsperiode zu Ende geht und die Karpfen aktiv Nahrung für den Winter sammeln, ist der September der ideale Zeitpunkt für die Durchführung von Fischbestandserhebungen; die Ergebnisse geben dann einen guten Überblick über die jüngsten Trends und mögliche Engpässe.
Wer führt eine Fischbestandserhebung durch?
Die Forschung wird in der Regel von Berufsfischern in Zusammenarbeit mit Ökologen durchgeführt. Sie verfügen über Lizenzen und Fachwissen, um Fische auf tierfreundliche Weise zu fangen, zu analysieren und freizusetzen. Die Kombination von ökologischem Wissen und praktischen Fangtechniken macht die Forschung zuverlässig und effektiv.
Wie funktioniert eine Fischbestandserhebung?
Eine Fischbestandserhebung beginnt mit der Wahl einer geeigneten Fangmethode. In kleineren Gewässern wie Gräben und Teichen wird häufig die Elektrofischerei eingesetzt. Bei dieser Methode werden die Fische vorübergehend mit elektrischem Strom betäubt und können dann sicher gemessen und untersucht werden. In größeren Gewässern wird eine Wade eingesetzt, ein großes Schleppnetz, mit dem größere Gebiete effektiv befischt werden können.
Was genau messen die Forscher?
Zu den Daten, die bei einer Untersuchung des Fischbestands erfasst werden, gehören die Zusammensetzung der Fischarten, Länge, Gewicht, Alterszusammensetzung, Geschlecht und manchmal auch der Zustand oder Krankheitsstatus der Fische. Diese Informationen geben Aufschluss über das ökologische Gleichgewicht des Gewässers.
Warum ist Fischbestandsforschung wichtig?
Fischbestandserhebungen sind für eine nachhaltige Wasserwirtschaft unerlässlich. Sie helfen, ökologische Probleme wie Wasserverschmutzung, Sauerstoffmangel oder Überwucherung zu erkennen. Sie geben auch Aufschluss über die Wirksamkeit früher ergriffener Maßnahmen. Aktuelle Fischdaten sind auch bei Ausbaggerungsprojekten und der Neugestaltung von Flussufern unverzichtbar.
Elektrofischerei auf Bild fixiert
Ein kurzes Video, das zeigt, wie einige große Brassen während einer Untersuchung mit einem elektrischen Angelgerät gefangen werden. Dies wurde mit der Drohne gefilmt, so dass man einen guten Blick auf die großen Fische hat, die vor dem Boot schwimmen. Die Fische wurden nach dem Fang vermessen und in dasselbe Gewässer zurückgesetzt.
Die Ähnlichkeit mit Koi-Fischen
Koi-Liebhaber kennen das Wadenfischen von der Entleerung von Schlammteichen. In natürlichen Gewässern ist diese Technik aufgrund von Hindernissen und unterschiedlichen Wassertiefen komplizierter. Dennoch bleibt sie eine wertvolle Methode, um einen breiten Überblick über den Fischbestand zu erhalten.
Besondere Fänge und Artenvielfalt
Bei der Erhebung der Fischbestände werden regelmäßig besondere Fänge gemacht. Dabei handelt es sich um seltene einheimische Arten oder das Vorkommen invasiver exotischer Arten wie Sonnenbarsche oder Schwarzschnabelgrundeln. Diese Fänge führen manchmal zu zusätzlichen Forschungs- oder politischen Maßnahmen.
Möchten Sie mehr erfahren?
Auf der Website der Sportvisserij Nederland finden Sie regelmäßig aktuelle Informationen über bemerkenswerte Fänge und laufende Erhebungen. Besuchen Sie Sportvisserij Nederland.
Beobachtungen zu Karpfen und Fischbeständen in den letzten Jahren
Ausgehend von den jüngsten Berichten und Trends in den Niederlanden können wir einige Beobachtungen über Karpfen und Fischbestände machen:
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Zunahme von Karpfen in Kanälen durch Besatz
In bestimmten Kanälen wurde eine deutliche Zunahme von Karpfen beobachtet. Dies wird weitgehend auf den Besatz durch Angler zurückgeführt, da sich Karpfen in vielen niederländischen Gewässern kaum vermehren. -
Besorgnis über zu große Karpfenbestände
Karpfen können zu Bodenverunreinigungen (Trübung) führen, die Wasserpflanzen und damit die Wasserqualität beeinträchtigen. Die Verwaltungsbehörden zögern, große Karpfenmengen freizusetzen. -
Beziehung zwischen Nährstoffreichtum (Nährstoffe) und Dominanz von Karpfen und Brassen
In Gewässern mit hohem Nährstoffreichtum steigt der Anteil von Karpfen und Brassen. Manchmal werden diese Arten dominant, was ökologische Folgen haben kann. -
Freisetzungen für die Sportfischerei bleiben wichtig, sind aber teilweise rückläufig
Die Zahl der freigesetzten Karpfen war in den letzten Jahren weniger konstant, was teilweise auf strengere Vorschriften und die Zurückhaltung der Wasserverbände zurückzuführen ist. -
Veränderungen bei Jungfischen und der Vegetation
Fischbestandserhebungen (z. B. am Marker Wattenmeer) zeigen, dass Jungfische (0+ Jahrgänge) im September gut sichtbar sind, und die Beziehung zur Vegetation und zur Habitatstruktur bestimmt, wie erfolgreich das Laichen und Überleben sind. Karpfenjungfische (Jungkarpfen) sind außerhalb geeigneter Lebensräume oft schwieriger zu finden.
Quellen
Rijkswaterstaat – Entwicklung der Fischbestände in den Niederlanden
Sportvisserij Nederland – Karpfen in den Niederlanden
Waterschap Zuiderzeeland – Fischbestandserhebung Vollenhover und Kadoelermeer (2022)

