Die Liga der aufsteigenden Tonleitern macht Leistung sichtbar
Bokoi eröffnet mit Fuore, Poppe, de Wit und Schrijvers bereiten das erste Spiel der Saison vor
Die erste offizielle Halbzeit der Liga der aufsteigenden Schuppen ist wahr geworden!
Und ganz ehrlich? Man spürt schon, dass sich etwas verändert hat. Denn plötzlich schauen wir nicht mehr auf einzelne Wochenenden. Kein Blick mehr auf einen Pokal, einen Grand Champion oder einen Applausmoment am Sonntagnachmittag. Zum ersten Mal taucht etwas auf, was das Koi-Hobby nie wirklich hatte: eine Saison!
Eine fortlaufende Geschichte, in der die Ergebnisse immer wieder durchscheinen. In der die Teilnehmer beginnen, sich gegenseitig zu folgen. In der sich eine Strategie herausbildet. In der Entscheidungen sinnvoll werden. In der eine starke Leistung einen nach oben katapultiert… aber in der Stillstand einen genauso schnell zurückwerfen kann. Und genau deshalb ist dieses erste Ranking sofort interessant.
Bokoi beginnt mit einer Erklärung
Der Name an der Tabellenspitze ist derzeit unumstritten:
Aber was diese Eröffnungswertung so beeindruckend macht, ist vor allem die Art und Weise, wie sie aufgebaut ist. Nicht durch einen alles entscheidenden Großmeister. Nicht durch einen Glückstreffer. Sondern durch die schiere Breite. Auf der belgischen Koi-Ausstellung punktete Bokoi unter anderem:
- 6× Best in Variety
- 2 Auszeichnungen für „Best in Size
- Erwachsener Champion
- UND eine große Anzahl von ersten Plätzen in den Sorten- und Größenklassen (18)
- plus 5 zweite Plätze
Frank und sein Sohn gewannen auch einige dritte Preise, die aber in der Liga keine Punkte geben. Das brachte ihnen eine Gesamtpunktzahl von 895, die mit dem Showfaktor multipliziert wird. Für Belgien beträgt dieser Faktor 1,1, und das bringt ihnen eine Gesamtpunktzahl von 984,5 ein. Und weil wir nach der japanischen Philosophie vom Positiven ausgehen, runden wir in der Rangliste halbe Zahlen auf. Und hier zeigt sich sofort die Stärke von The League of Rising Scales. Denn früher verschwanden solche Leistungen oft hinter einer einzigen Schlagzeile:
„Wer hat den Grand gewonnen?“
Aber innerhalb der Liga zählt alles. Ein „Best in Variety“ wird plötzlich nicht mehr zu einer separaten, ausgefallenen Auszeichnung, sondern zu einem Baustein innerhalb einer größeren saisonalen Geschichte. Der erste Platz in einer Liga wird relevant. Die Breite wird sichtbar. Beständigkeit bekommt Wert. Und das ist vielleicht das beste Signal von allen. Die Menschen schauen nicht mehr nur auf die Ergebnisse. Sie fangen an, die Saison zu verfolgen.

Filip Poppe gegen Geert Schrijvers
Erstes richtiges Spiel in der Liga
Und dann der Kampf, auf den vielleicht die meisten Augen derzeit gerichtet sind.
- Filip Poppe – 710 Punkte ist der erfolgreichste Hobbyspieler in Belgien
- Geert Schrijvers ist mit 620 Punkten der erfolgreichste Hobbyspieler in Italien.
Auf dem Papier scheint das ein offensichtlicher Unterschied zu sein. Aber wenn man unter die Motorhaube der Liga schaut, wird es plötzlich viel interessanter. Belgien gegen Italien Die belgische Koi-Show lief mit etwa: 70 Wettbewerbsgefäßen und fiel daher in: Major Show = Faktor x1,1
Die italienische Show lief mit ca. 33 Spielschiffen. Und damit fiel ein: Minor Show = Faktor x0,8. Und genau an dieser Stelle zeigt sich eine der faszinierendsten Dynamiken dieser Liga. Denn wenn man den Showfaktor herausrechnet und die rohe Leistung vor dem Multiplikator betrachtet, liegen Filip Poppe und Geert Schrijvers erstaunlich dicht beieinander.
Filip Poppe
710 ÷ 1,1
= etwa 645 Rohpunkte
Geert Schrijvers
620 ÷ 0,8
= etwa 775 Rohpunkte
Und plötzlich ändert sich die Perspektive völlig. Denn rein vom Vergabevolumen und der reinen Leistung her hat Geert in Italien eigentlich eine gigantische Show abgezogen. Aber Filip profitiert zu Recht von einem größeren Wettbewerbsumfeld in Belgien mit deutlich mehr Konkurrenzschiffen und damit mehr Wettbewerbsdruck. Und genau das ist der Grund, warum es diesen Wettbewerbsfaktor gibt. Nicht um kleine Shows weniger wichtig zu machen. Sondern um Leistungen in größeren Wettbewerbsfeldern proportional wichtiger zu machen.

Unterschiedliche Spielweisen zwischen Händlern und Hobbyisten
In der ersten Zwischenrangliste von The League of Rising Scales fällt sofort auf, wie unterschiedlich Hobbyspieler und Profis derzeit Punkte sammeln. Bei den Profis sehen wir besonders breite, kumulierte Leistungen über komplette Aufstellungen hinweg. Bokoi ist das perfekte Beispiel: kein isolierter Ausreißer, sondern eine riesige Anzahl von Best in Variety Awards, Best in Size Awards und Klassensiegen, die sich zu beeindruckenden 985 Punkten summieren. Parteien wie Koi Italia, Niwa Koi und Zankoi bauen ihre Punktzahl durch die Breite und konstante Präsenz innerhalb mehrerer Sorten ebenfalls deutlich auf.
Bei den Hobbyisten ergibt sich ein anderes Bild. Dort scheinen größere Einzelauszeichnungen derzeit viel entscheidender für die Spitze der Rangliste zu sein. Filip Poppe führt die Rangliste mit 710 Punkten an, aber seine Punktzahl ist stark auf eine Kombination aus hohen Meisterschaftspreisen und zusätzlichen Leistungen zurückzuführen. Wim De Wit und Geert Schrijvers folgen mit relativ geringem Abstand

Außerdem zeigen die aktuellen Ranglisten, dass die Profis derzeit in der Breite dominieren, während die Hobbyisten stärker auf Spitzenleistungen setzen. Allerdings kann dieses Bild schnell kippen, sobald die Hobbyisten beginnen, mehrere Shows zu kombinieren. Vor allem, wenn die Teilnehmer am nächsten Wochenende zum ersten Mal bei zwei oder sogar drei Shows aktiv sind, wird sich erst zeigen, wer eine ganze Ligasaison durchhalten kann.
Die Niederlande eröffnen die Saison
Denn wo Belgien und Italien jetzt Punkte auf die Tafel geschrieben haben… haben die Niederlande noch kein einziges Turnier gespielt. Was in der ersten Zwischenrangliste sofort auffällt, ist, wie stark die Liga derzeit von Belgien, Italien und den Niederlanden getragen wird, allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Im Moment dominiert Belgien vor allem in der Breite und im Umfang. Nicht nur, dass die belgischen Teilnehmer sowohl in der Hobby- als auch in der Profirangliste massiv vertreten sind, viele der höchsten Punktzahlen wurden auch auf den größeren belgischen Turnieren mit höherem Wettbewerbsfaktor erzielt. Sie sehen also, dass die belgischen Teilnehmer derzeit viel Schwung aus einem starken Wettbewerbsfeld mit vielen Wettbewerbsschiffen und breiter Beteiligung mitnehmen.

Italien hingegen zeichnet sich durch seine Effizienz aus. Trotz des niedrigeren Showfaktors von x0,8 schaffen es die italienischen Teilnehmer, bemerkenswert weit oben in der Rangliste zu erscheinen. Koi Italia, Zankoi, Matteo Bondioli, Luca Perocco und einige andere italienische Namen zeigen, dass die italienische Szene derzeit in relativ kompakten Shows äußerst wettbewerbsfähig agiert. Dies macht ihre aktuellen Positionen vielleicht noch beeindruckender, da viele dieser Ergebnisse ohne die Vorteile des größeren belgischen Multiplikators erzielt wurden. Sobald die italienischen Teilnehmer mehr internationale Turniere spielen, könnte dies große Auswirkungen auf die Ranglisten im weiteren Verlauf der Saison haben.
Die Niederlande hingegen befinden sich in einer einzigartigen Position. Obwohl die holländischen Teilnehmer bereits sichtbar hoch punkten, mit Bokoi und Geert Schrijvers in der absoluten Spitze, wurden noch keine holländischen Shows innerhalb der Saison gespielt und nur mit „Auswärtsspielen“ operiert. Gerade deshalb werden die kommenden holländischen Turniere hochinteressant sein, da dort erstmals ein echtes Heimspiel für holländische Ligapunkte entstehen wird. Wer wird das Spielfeld betreten! Wer wird Punkte für eine zweite oder vielleicht sogar dritte Show beisteuern?
Denn nächstes Wochenende:
- Die Koi-Höhle Koi-Show in Oudenbosch
- und am Pfingstmontag die Young Holland Koi Show in der Koi Farm Veldhoven
Und plötzlich haben wir etwas Neues: die ersten Teilnehmer, die:
- haben zwei Shows gespielt
- einige sogar drei
- und damit beginnen, eine echte saisonale Kohärenz aufzubauen
Von nun an geht es nicht mehr nur um: ein schönes Wochenende. Sondern um anhaltende Leistung. Gleichzeitig ist bereits zu erkennen, wie international das Spielfeld zu werden beginnt, denn auch französische und dänische Kandidaten haben ihre ersten Punkte gesammelt. Außerdem finden in dieser Saison zwei weitere Shows in Frankreich statt. Damit fühlt sich die Saison schon jetzt wie ein echter internationaler Wettbewerb an und nicht mehr wie einzelne nationale Show-Wochenenden.

Filip Poppe setzt die Saison sofort unter Druck
Plötzlich sieht man etwas, das vorher kaum sichtbar war: strategische Spannung. Ein starkes Wochenende bringt einen an die Spitze, aber von da an gibt es einen automatischen Druck, weiterhin sichtbare Leistungen zu erbringen. Und genau hier scheint die eigentliche Schwierigkeit einer Liga zu liegen. Nicht nur den Höhepunkt erreichen, sondern immer wieder zurückkommen. Nicht nur einen perfekten Koi zu bringen, sondern eine Saison lang in einem internationalen Spielfeld relevant zu bleiben, das sich mit jeder Show verändert. Dieses Gefühl der ständigen Bewegung – des Schwungs, der aufgebaut UND verloren werden kann – ist vielleicht die größte neue Dimension, die im Hobby bereits sichtbar wird.

Welche Koi spielen Sie wo? Welche Fische halten Sie? Wann gehen Sie ein Risiko ein? Wo willst du deinen Höhepunkt erreichen? Gegen wen spielst du eventuell wo und was bringt er mit?
Das ist der Gedanke der Liga.
Die Rangliste
Bei den Profis zeichnen sich derzeit klare nationale Spitzenreiter innerhalb der Liga der aufsteigenden Schuppen ab. In den Niederlanden führt Bokoi mit 985 Punkten überzeugend die Profi-Wertung an, während in Belgien Niwa Koi mit 512 Punkten derzeit der stärkste Profi ist. Italien wird vorläufig von Koi Italia mit 588 Punkten angeführt, gefolgt von Zankoi mit 412 Punkten, was direkt zeigt, wie stark die italienische Profiszene derzeit trotz des geringeren Showfaktors ist. In Frankreich liegt Poisson d’Or mit 220 Punkten vorläufig an der Spitze der Profis.

Bei den Hobbyspielern ist das Spielfeld mindestens genauso interessant. Tatsächlich hat Belgien mit Filip Poppe (710 Punkte) und Wim De Wit (627 Punkte) die beiden stärksten Hobbyspieler-Punkte der gesamten Saison. Die Niederlande werden von Geert Schrijvers mit 620 Punkten angeführt, der damit auf Anhieb einer der gefährlichsten Hobbyspieler der Saison ist. In Italien führt derzeit Matteo Bondioli mit 340 Punkten, gefolgt von Luca Perocco mit 216 Punkten. In Frankreich führt Florent Rousseau die Hobbyspielerwertung mit 242 Punkten an, während Dänemark vorläufig von Morten Nielsen mit 96 Punkten vertreten wird. Was dabei sofort auffällt, ist, wie international sich die Liga bereits anfühlt, obwohl die Saison eigentlich gerade erst begonnen hat. Das finde ich persönlich sehr schön zu sehen.
Wird Bokoi weiter bauen?
Und dann natürlich die große Frage: War Bokoi ein Eröffnungssturm? Oder haben wir es mit einem Konkurrenten zu tun, der wirklich eine ganze Saison dominieren kann? Denn fair ist fair:
Was Bokoi in Belgien gezeigt hat, war beeindruckend. Nicht nur in Bezug auf die Spitzenqualität. Sondern vor allem, was die Tiefe des Kaders angeht. Und genau das macht einen Konkurrenten über eine lange Saison hinweg gefährlich. Denn Ligen werden selten von einem absoluten Ausreißer gewonnen. Wird Bokoi weitere Turniere spielen?
Wird es eine internationale Beteiligung geben? Werden sie sich an die Niederlande wenden? Frankreich vielleicht? Denn von nun an werden alle auf die Nummer eins schauen.

Young Holland Koi Show könnte ein Joker sein
Und vielleicht wird gerade diese Young Holland Koi Show einer der interessantesten Momente der frühen Saison sein. Denn innerhalb der Liga der aufsteigenden Schuppen zählen Young Shows voll und ganz zur gleichen Wettbewerbsstruktur.
Also:
- auch dort sind die Studiengänge von großem Wert
- Auch die Auszeichnungen für das beste Varieté zählen hier
- auch dort können gigantische Sprünge auftreten
Und das eröffnet völlig neue strategische Ebenen. Denn einige Teilnehmer zeichnen sich gerade bei jungen Koi aus. Andere können ihre Saison absichtlich auf junge Ausstellungen ausrichten. Und plötzlich wird die Liga viel weniger vorhersehbar.

Was schon jetzt sehr schön zu sehen ist, ist die völlige Durchmischung von Profis und Hobbyisten. Und genau das ist es, was diese Liga lebendig macht. Denn plötzlich tauchen Geschichten auf, die vorher kaum sichtbar waren. Die Liga macht Leistungen sichtbar, die früher nach dem Sonntagabend einfach verschwunden sind.
Kein Hype. Eine Saison.
Vielleicht ist das letztlich die größte Veränderung. Die Liga der aufsteigenden Schuppen versucht nicht, Shows größer zu machen als sie sind. Ganz im Gegenteil. Stattdessen liegt ihre Stärke darin, bestehende Aufführungen miteinander zu verbinden, ohne die Autonomie der Shows anzutasten. Das schafft:
- mehr Kontext
- mehr Kontinuität
- mehr Spannung
- mehr Anerkennung
- und langsam auch mehr Geschichte
Denn die Teilnehmer beginnen nun, sich gegenseitig zu folgen. Und das könnte erst der Anfang sein. Aber eines ist jetzt schon klar: Bei der Liga der aufsteigenden Schuppen geht es nicht mehr nur um ein Wochenende. Die Saison ist lebendig!
Von nun an finden Sie die Ranglisten immer auf unserer Website im Hauptmenü unter TLORS. Hier finden Sie auch die komplette Rangliste und die offiziellen Regeln mit allen Punkten, Showfaktoren und Auszeichnungen, die am Ende der Saison vergeben werden.



