Großer Meister A + B in Vossenberg 2026
Auf dem schönen Gelände der Baumschule De Vossenberg löste Filip Poppe Bokoi in der Rangliste der Liga der aufsteigenden Schuppen ab, indem er sowohl den Grand Champion A als auch den Grand Champion B mit einem Sanke bzw. einem goldglänzenden Kinrin Chagoi gewann. Rund um das Hauptfass der KoiCave-Show herrschte große Aufregung.
Auf dieser Ebene, wo Details den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen, spielt diese zusätzliche Komplexität eine große Rolle.
Nicht nur, weil hier ein Spitzenfisch schwamm, sondern vor allem, weil der Kampf um die absolute Spitze in diesem Jahr besonders interessant war. Am Ende siegte ein imposanter 84 cm großer Sanke von der Sakai Fischzuchtim Besitz von Filip Poppe überzeugend den Grand Champion A Titel als Ergebnis einer gelungenen Siegerkombination zwischen Odakan in Japan und Siebe van Tilburg von The Koi Page.

In der Welt der Nishikigoi gilt seit Jahren, dass es schwieriger ist, einen wirklich vollständigen Sanke perfekt auszubalancieren als beispielsweise einen Kohaku. Ein Kohaku muss sich durch Einfachheit und Hautqualität auszeichnen, während ein Sanke zusätzlich kontrolliertes Sumi tragen muss, ohne dass das Muster unruhig wird. Besonders auf dieser Ebene, wo Details den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen, spielt diese zusätzliche Komplexität eine große Rolle.
Diese Tatsache ist auch in der Shinkokai-Philosophie, mit der die KoiCave Show eng verbunden ist. Innerhalb dieser Züchtervereinigung wird traditionell der Grad der Komplexität eines kompletten Sanke sehr geschätzt. Auch wenn die Fische sehr nahe beieinander liegen, wird diese Komplexität gerne in die Bewertung mit einbezogen. Das Sumi ist wirklich sehr stark und schön verteilt, die Qualität ist ebenfalls erstklassig und die Bei-Muster auf der Vorder- und Rückseite sind ebenfalls gut ausgeprägt.
Doch nach Ansicht der Jury war es dieses Mal nicht entscheidend. Denn obwohl die Konkurrenz stark war, erwies sich die Abstimmung als überraschend überzeugend. Ein phänomenaler Kohaku von Nico Sellis erzielte eine hohe Punktzahl und gewann schließlich den Titel Superior Champion. Ein Fisch mit enormer Klasse, exzellenter Hautqualität und einer fast gelassenen Erscheinung, der von vielen als ernsthafter Herausforderer für den Spitzentitel angesehen wurde.

Außerdem wurde ein eleganter Showa von Interkoi Ameide nachdrücklich auf den Karten der Richter. Ein Fisch mit außergewöhnlichem Stil, Charisma und Raffinesse in seinem Muster. Nach Meinung mehrerer Experten fehlte diesem Showa jedoch das gewisse Etwas an „Felsenschultern“, diese extreme Stärke und der imposante Körperbau im vorderen Bereich, die auf Grand-Champion-Ebene oft den Unterschied ausmachen. Und als die Stimmen ausgezählt waren, sah es so aus, als könne der Grand Champion A am Ende nicht überholt werden. Nach Ansicht der Richter war es trotz des ganzen Geredes am Rande der Fässer am Ende nicht mehr wirklich knapp. Der Sanke hatte einfach zu viele komplette Qualitäten in einem Fisch vereint.
Ein Sieg, der nicht nur die Qualität von Kentaro Sakai unterstreicht, sondern auch einmal mehr zeigt, auf welch hohem Niveau die europäische Vertretung bei internationalen Turnieren mittlerweile ist. Ein Sanke, wie ihn die Fans noch lange in Erinnerung behalten werden.

Der Grand Champion B gewinnt seinen zweiten Meistertitel der Saison. Auch in Belgien war der 102 cm große Chagoi zu stark für die Konkurrenz, so dass die Richter anders entschieden. Ich nannte ihn damals die Clubweide und kann mir auch keine bessere Metapher für diesen gewaltigen Auftritt eines massiven Riesen vorstellen! Marudo, der Züchter hat einen Riesen hervorgebracht und besonders bemerkenswert ist auch, dass es ein Kinrin ist und dass die Qualität des Kinrins ebenfalls gigantisch ist.
Ein Chagoi kann sich hinter nichts verstecken
Nicht durch ein explosives Muster oder kontrastreiche Farben, sondern die schiere Präsenz des Fisches veränderte das Spielfeld. Denn wo viele Grand Champions durch optische Komplexität beeindrucken, ging es hier um etwas anderes: Volumen, Aussehen, Hautqualität und absolute Ruhe. Und genau das ist es, was einen wirklich großen Chagoi so ungemein schwierig macht. Ein Chagoi kann sich hinter nichts verstecken. Alles dreht sich um das Wesentliche. Körper. Haut. Körperbau. Gleichgewicht. Anwesenheit. Jeder Makel wird sichtbar. Jede Asymmetrie fällt auf. Besonders bei 102 Zentimetern Länge.
Der Körper war massiv, ohne schwerfällig zu wirken. Die breiten Schultern gingen kraftvoll in eine imposante Rückenlinie über, die sich zum Schwanzende hin allmählich verjüngte. Einige Kenner kommentierten, dass der Körper zum Schwanz hin etwas zu schnell abfallen würde, aber als wir den Kommentar abgaben; der Fisch ist 102cm lang und hat ein solches Aussehen, auf lange Sicht muss man als Kenner selbst aufhören, kritisch zu sein; mussten wir lachen. Das ist es, was das Hobby ausmacht: Nackte Fische zu betrachten und manchmal – auf seine holländische Art – kritisch zu sein, während man vor Staunen den Mund aufmacht. Die Flossen waren groß und fest am Körper, was dem Fisch beim Schwimmen ein fast unerschütterliches Aussehen verlieh. Tatsächlich sieht man das bei solchen Tauchern manchmal, dass sie dann diese kleinen Ausrutscher haben und der Fisch wackelig schwimmt; das war hier sicher nicht der Fall. Alles an diesem Koi strahlte Reife und Kontrolle aus.

Bei vielen großen Ginrin-Koi verliert der Glanz mit zunehmendem Alter und zunehmender Größe oft etwas an Schärfe. Aber hier schien jede Schuppe das Licht noch einzeln zu reflektieren. Das Ginrin war außergewöhnlich gleichmäßig über den Körper verteilt und verlieh dem Fisch unter der Showbeleuchtung einen fast metallischen Glanz. Es war keine harte Reflexion, sondern ein tiefer, warmer Schimmer, der perfekt zum weichen Charakter des Chagoi passte. Ein 102 Zentimeter großer Koi, der kraftvoll, freundlich und elegant zugleich wirkt. Eine lebendige Masse, die dennoch Ruhe ausstrahlt.
Es gab noch einen weiteren Kandidaten, den die Kenner an den Fässern fanden: einen Ginrin Karashigoi von Nico Sellis, der von der Körperstruktur her wirklich phänomenal war, aber für diesen Titel fehlte diesem Fisch einfach die Länge, um den Anspruch auf den Grand Champion B zu wagen.
Filip Poppe beherrscht das einfach in Perfektion!
Der Koi wurde gezüchtet von Hisashi und Takuto HirasawaVater und Sohn der Marudo Koi Farm, ein Name, der weltweit immer stärker mit Jumbo-Koi mit enormem Körperbau und Wachstumspotenzial in Verbindung gebracht wird. Dieses Potenzial wurde hier voll ausgeschöpft. Auch das Handling von ODAKAN spielte wieder eine wichtige Rolle. Große Koi dieser Größe präsentieren sich nicht von selbst. Ruhe, Vorbereitung und Erfahrung machen an Ausstellungstagen den Unterschied zwischen einem beeindruckenden Fisch und einem unvergesslichen Auftritt aus. Filip beherrscht das einfach in Perfektion!
Mit KoiWish BV und TheKoiPage als Handling-Dealer wurde auch dieser Grand Champion B Teil eines außergewöhnlichen Wochenendes für das niederländische Team, das sich damit zwei absolute Spitzenpreise sichern konnte. Filip sammelte damit mindestens 250+235 485×1,1= 533,5 Punkte auf seiner Scorekarte für die Liga der aufsteigenden Schuppen.


